Es ist Sommeranfang und schon länger stelle ich fest, dass meine Traumerinnerung verschwunden ist. Mein Büchlein, nach dem ich früher jede Nacht mindestens drei Mal griff, um die Inhalte aus der Nacht einzufangen, ist seit Monaten leer. Oft konnte ich die Träume im Nachgang als präkognitiv, also als Vorausschau zukünftig eintretender Ereignisse, identifizieren. Jetzt scheint diese Fähigkeit abhanden gekommen zu sein. Gründe gibt es viele.
Doch in besagter Nacht, vor ca. zwei Wochen, träumte ich.
Wir fuhren auf der Autobahn. Neben diesen Bildern war gleichzeitig ein Thema in meinem Kopf.
Nämlich, dass meine Bremsen nur verzögert reagierten. Im nächsten Moment kamen Rettungswagen ins Bild und ich sagte: “Da muss etwas Größeres passiert sein“.
Da interessanterweise zu gleicher Zeit meine Bremsbeläge erneuert werden mussten und wir überlegten, ob wir dafür eine Werkstatt beauftragen, oder es schlicht selber machen sollten, brachte ich Traum und Gegebenheit in Verbindung und schloss daraus, dass ich in die Werkstatt gehen sollte, damit nichts passiert.
Für mich war das Thema damit erledigt. Bis heute. Nein, eigentlich bis gestern. Denn im Laufe des gestrigen Tages hatte ich plötzlich ein komisches Gefühl, dass es jemandem nicht gut ginge. Irgendwas war passiert. Es folgte ein direktes Bild der Mutter meiner Freundin, die im Ort meiner Eltern wohnte. Ich ging dem Gefühl nach und schrieb der Freundin, um zu erfahren, wie es ihr ging. Alles war gut so weit. Das Gefühl schien also nichts mit der Erinnerung an die Mutter zu tun zu haben. Heute weiß ich ganz genau, warum aber genau diese Verkettung in meinem Kopf passierte. Es war ein klassisches AOL/S. Dazu mehr später.
Heute Morgen bin ich sehr früh los, um meine Familie nach langer Zeit zu besuchen, und hatte eine Strecke von 350 km vor mir. Die nächste Autobahn ist etwas entfernt, sodass ich zunächst erst einmal die normalen Landstraßen passierte. Auf dem Weg geschah etwas im Nachgang so Wichtiges, was mir jedoch so oft passiert. Ich verpasse regelmäßig Ausfahrten und ärgere mich dann, weil ich dadurch jedes Mal einen Zeitverlust zur Folge habe.
200 Meter vor der Ausfahrt, die zur Autobahn führt, bekam ich eine Sprachnachricht meines Freundes. Da mein Handy mit dem Auto verbunden war, hörte ich sie direkt ab und… verpasste prompt die Ausfahrt und landete im nächsten Ort, der direkt vor mir lag. Einen kurzen Moment ärgerte ich mich, wie immer. Ich konnte jedoch direkt wenden, sodass mein Zeitverlust minimal war. Und in dem Augenblick wandelte sich mein Gefühl und mir schoss es in den Kopf: Alles hat einen Sinn. Und dann kam das Verrückte!!!
Ich näherte mich dem Schild des Ortes, den ich gerade wieder am Verlassen war. Und darauf stand:
SINN.
Ich hatte mich tatsächlich im Ort mit dem Namen Sinn befunden.
Okay, wie auch schon beim Traum mit dem Thema Bremsen, schloss ich damit ab, da für mich klar war: Es hatte sicher eine Bedeutung gehabt, warum ich falsch fuhr. Weiter ging ich davon aus, dass ich es auch diesmal nicht erfahren würde. Alles also reine Spekulation ohne Feedback. Was ich noch nicht wusste: Diesmal würde ich das Feedback erhalten. Und zwar noch auf der Fahrt nach Hause.
Die weitere Fahrt verlief völlig entspannt Kein Anzeichen von irgend etwas Unnormalem. Ca. 60 km vor meinem Ziel änderte sich das.
Ab diesem Moment veränderte sich meine Wahrnehmung schlagartig und ich sah alles vor mir wie in Zeitlupe.
Ca. drei Autolängen vor mir sah ich, wie ein Auto auf der Überholspur plötzlich ins Schlingern geriet. Links, rechts, links, rechts.
Ich dachte noch, und das in einer Seelenruhe: „Der gibt echt nicht auf.“ Es schien dann so, als würde er die Kontrolle zurück erlangen, denn er wurde plötzlich sehr langsam. Vermutlich war es aber genau das, was Nachfolgendes auslöste. Er schien zu stark GEBREMST zu haben. Das Hinterteil des Wagen brach nämlich seitlich aus und der Wagen verlor die volle Kontrolle und prallte mit dem auf gleicher Höhe befindenden Wagen auf der Mittelspur zusammen. Ich saß immer noch in einer absoluten Ruhe am Steuer und sah alles völlig zeitverzögert vor mir ablaufen und es war, wie im Film.
Beide Autos überschlugen sich mehrmals. AI: Direkt vor mir.
Spätestens hier saß ich nicht nur mit meinem Co-Piloten im Wagen, der lenkte und reagierte (danke an dieser Stelle an mein Wachbewusstsein, guter Job!) und sah gleichzeitig aus einer anderen Bewusstseinsebene heraus das Geschehen in völlig anderer Zeitqualität als Film, sondern nahm noch eine, wie mir scheint, 3. Perspektive ein, die ich übergeordnet lokalisierenwürde.
Denn ich sah die Autoteile auf mich zukommen, sah die ganze Szene im gleichen Augenblick
eigenständig als Ganzheit, und war ZUSÄTZLICH dabei zu BREMSEN und den Warnblinker einzuschalten. Gleichzeitig sah ich mir an, wie die 2, 3 Autos vor mir auswichen und um das Geschehen drumherum fuhren und… einfach weiterfuhren! Im gleichen Moment dachte ich parallel darüber nach, warum sie das tun, warum sie nicht anhalten und schlussfolgerte, dass sie a) keine Lust hatten auf Stau und darauf, aufgehalten zu werden, und b) als Fluchtreaktion lieber „wegliefen“. Und wäre das nicht Multitasking genug, sah ich zu, mich zu retten, blickte hinter mich, schätze ein, wie die anderen sich verhielten und wich, wirklich auf den Millimeter genau dem Stoßdämpfer, auf den ich zufuhr aus, weil interessanterweise das Auto neben mir in perfektem Abstand hinter mir in gleichem Tempo wie ich bremste, sodass ich die Spur wechseln konnte, um zu guter Letzt auf die Standspur zu gelangen. Und dort hielt ich an.
Ich verschaffte mir kurz einen Überblick, erkannte das eine Auto auf dem Dach liegend auf 10 Uhr, das andere auf 8 Uhr.
Und dann ging der Film weiter ... mit völlig anderer Qualität. In diesem lernte ich, ohne es zu diesem Zeitpunkt zu erkennen, mein Inneres noch einmal auf eine neue Art kennen und verstehe jetzt, dass ich ihm im richtigen Moment und in absolutem Vertrauen, die Führung übergab. Für alles, was dann geschah.
Der Verstand rückte in den Hintergrund und mein Unterbewusstsein übernahm. Und dieser Wechsel, dieser Abklatsch der beiden Bewusstseinsinstanzen, ging einher mit einer für Sekundenbruchteile andauernden Fokussierung auf den Moment.
Ich saß einfach da. Aber gleichzeitig war ich bereits in Bewegung. Genau so wie ein Viewer, der sein Unterbewusstsein losschickt, während sein Verstand an Ort und Stelle bleibt. Beide Instanzen hatten unterschiedliche Zeitwahrnehmungen. Es fühlte sich an, als würde ich ewig einfach da sitzen, aber so war es nicht, weil ich mich genau erinnere, nach zwei Mal Ein- und Ausatmen losgespurtet zu sein.
Ich stieg aus, zog den Schlüssel ab, verriegelte verrückterweise per Knopf mein Auto, weil meine kleine Hündin Amy darin saß, und blickte abwechselnd zu beiden verunfallten Autos. Links sah ich von hinten jemanden anlaufen. Hier auf meiner Ebene war niemand außer mir und es war somit klar: Mein Ziel (mein Target) war das Auto vor mir.
Ich rannte los.
Die folgenden Minuten gehören zu der Phase, die ich definitiv bearbeiten muss, damit sie nicht an mir haften bleiben. Da wird ein einfaches Detoxing, wie wir Remote Viewer zu sagen pflegen, nicht ausreichen.
Ich kam am Fahrzeug an, roch Rauch, es qualmte. Im Auto erkannte ich weiße Airbag-Kissen, die
keine Luft mehr besaßen. Meine Hand griff den Türgriff, während ich gleichzeitig vor mir rote
Flüssigkeit auf dem Boden rinnen sah…
Und wieder war ich zweigleisig unterwegs. Im selben Moment redete ich mit mir selbst und machte mir klar, dass ich das, was ich nun gleich sehen würde, etwas sein könnte, was sehr prägend sein konnte. Ich nickte mir selbst mental zu, nahm eine objektive Haltung ein und öffnete die Wagentür, was ich nur mit Kraftaufwand ein kleines Stück schaffte. Es reichte jedoch um zu erkennen, dass der Fahrer am Leben war.
Hier spule ich vor, um zum nächsten wichtigen Teil meines Erfahrungsberichts zu kommen. Dem
Sterben des Mannes.
Ich sehe mich daneben stehen. Sehe die Rettungssanitäter über ihm. Höre die Information: Kein Puls. Keine Atmung. Herzstillstand. Ich wundere mich über mich selbst, denn in mir fühlt sich alles ruhig und gefasst an. Und dann übernimmt erneut mein Unterbewusstsein. Eine andere Erklärung habe ich nicht, da ich nicht bete im klassischen Sinne.
Meine Hände falten sich vor meiner Brust und ich blicke nach oben. Nicht weit in den Himmel, sondern direkt über den sterbenden Mann, leicht rechts versetzt, und ich weiß auf einmal mit einer Sicherheit, dass er dort ist und nach unten schaut. Meine Gedanken richten sich auf diese Wahrnehmung aus, und ich schicke gedanklich Bilder seiner Frau (die verletzt bereits ins Krankenhaus gebracht wurde), gepaart mit der Vorstellung, wie schön es wäre, wenn die Atmung des Mannes wieder einsetzen würde. Zum Abschluss schicke ich mental gute Wünsche und…komme wieder im Geschehen an.
Meine Aufmerksamkeit richtete sich erneut auf den Ort, wo ich mich befand und erinnerte mich
daran, dass Amy im Auto saß und sicher frische Luft brauchte. Ich lief zu ihr hin und nahm wahr, wie man sagte: Er atmet wieder!
Den Teil nach dem Höhepunkt des Filmes erspare ich euch, denn da geht es nur noch um die Zeugenaussage im Polizeiauto, zu der ich als EINZIGE Zeugin gebeten wurde. Sonst gab es niemanden, der den Unfall gesehen haben soll. Seltsam.
Halten wir fest, welche Erkenntnisse ich aus Erlebten ziehe:
Der Traum im Voraus war eine Vorbereitung, gepaart mit einer wichtigen Information. Dem BREMSEN. Ob es Zufall war, dass meine Bremsbeläge genau zum gleichen Zeitpunkt ausgetauscht werden mussten, meine Entscheidung Einfluss auf das Geschehen hatte, etwas verhinderte, oder schlicht ein Hinweis war, dass der Grund für den Unfall mit den Bremsen des Unfallverursachers zu tun hatte, weiß ich nicht.
Mein Unterbewusstsein erinnerte mich einen Tag vorher noch einmal, dass es jemandem schlecht gehen würde, und schickte mir eine „codierte“ Info. In dem Fall die Erinnerung an die Mutter meiner Freundin, die im Ort wohnt, zu dem ich heute seit langem mal wieder unterwegs war.
Wovon ich zu 100 % überzeugt bin ist, dass es kein Zufall war, dass mein Freund zum richtigen Zeitpunkt eine Nachricht schickte. Denn hätte ich die Ausfahrt nicht verpasst, ist es sehr wahrscheinlich, dass es mein Auto gewesen wäre, dass gerammt wurde. Für mich macht das alles SINN. Ich war ja schließlich im Örtchen SINN. Was für ein verrücktes Spiel...
Meine Botschaft, die ich mit dem Teilen dieses persönlichen Erlebnisses an euch weitergeben
möchte, ist:
In euch gibt es jemanden, der euch schützt, berät, beisteht und wenn es drauf ankommt, für euch da ist und die Verantwortung übernimmt. Der zur richtigen Zeit für euch in die Zukunft blickt und an passender Stelle die Realität für euch UND für andere beeinflussen kann, wenn es gewollt ist. Und das ist das größte Geschenk, dass das Selbst sich Selbst machen kann.
Für mich steht fest, ich werde ihm noch mehr Beachtung schenken, denn das hat es definitiv verdient!
Alles Liebe,
Marie